Donnerstag, 21. September 2017

Verschmutzung der Meere

Müll

Urlaub am Meer, davon träumt fast jeder. Dort können wir entspannen, eintauchen ins kühle Wasser und die Natur genießen. So war es immer, aber was hält die Zukunft für uns bereit? Mittlerweile werden die Meere als Müllkippe missbraucht! Schleichend, seit vielen Jahren landen jeden Tag viele Tonnen Müll im Meer. Wenn wir den Sand zwischen unseren Zähen spüren, so ist es oft gar kein Sand mehr, sondern fein zerriebene Plastikteilchen.

Plastik ist ein Kunststoff, der Jahre braucht um zu verrotten. Eine Plastik Flasche beispielsweise, benötigt 400 Jahre bis sie vollkommen abgebaut ist. Die Mengen des Mülls in unseren Meeren sind so enorm, dass es dank Strömungen 5 große Punkte gibt, an denen sich der ganze Müll sammelt, die mittlerweile viele Quadratkilometer groß sind. Diese Punkte nennt man auch Müllstrudel. Für die Meeresbewohner ist dies der Untergang, denn z.B. Fischernetze, Sixpackträger oder Schnüre sind eine Gefahr für Fische, Vögel, Kleinwale oder Robben. Die Tiere verheddern sich oder verschlucken kleine halb aufgelöste Plastikteile und ersticken. Es wurden vom WWF Eissturmvögel untersucht und bei 93% aller Tiere wurden durchschnittlich 27 Plastikteile in den Mägen gefunden.

Plastik ist aber nicht das Einzige worum man sich im Meer kümmern sollte. Eine große Gefahr stellt das Erdöl dar, dass wir der Erde rauben. Der Untergang der Deepwater Horizon war die größte Ölkatstrophe der USA. Grund war, dass die Firma kaputte Teile und fehlerhafte Technik nicht reparieren wollte. Die Industrie will so viel Geld sparen wie es nur geht. Auch wenn Öltanker gereinigt werden leiten die Firmen die Reste einfach ins Meer. Beim Transport von Erdöl passieren oft Unfälle auf den Schiffen. Teilweise werden nicht brauchbare Lasten einfach vom Schiff direkt ins Meer gepumpt. Wenn dies weiterhin passiert, steigt die Temperatur im Meer stetig an. Bei einer Temperaturerhöhung von nur einem Grad, können die Fische in diesem Bereich sterben, da sie sehr empfindlich sind.

Deepwater Horizon

Der Ölfilm, der auf der Wasseroberfläche schwimmt, infolge dieser Maßnahmen und Unfälle, verhindert den Gasaustausch zwischen Luft und Wasser. Die Lebewesen im Wasser können den Sauerstoff nicht mehr aus dem Wasser filtern und ersticken. Auch Vögel sind davon betroffen. Das Öl, dass sich in ihren Gefiedern niederlegt zerstört die Isolationswirkung und macht die Vögel flugunfähig. Der Fisch, der vor dem Verzehr mit Erdöl in Kontakt kam, ist wegen den Stoffen im Erdöl (Naphthene, Olefine, Aromate), für uns Menschen hoch Krebserregen.

Ein anderes Problem macht das entsorgen des bereits ausgedienten Erdöls. Die alten Ölbohrinseln werden teilweise einfach gesprengt und aus den alten Leitungen kommen immer noch große Mengen Erdöl. Alle Ölbohrinseln sollten eigentlich an eine Küste befördert und dort auseinandergebaut werden. Dank Atomtest und Nuklearkatastrophen, wie in Fukushima 2011, ist das Meer an vielen verschiedene Stellen der Welt verseucht. Die Menschen Wissen bereits, bei der Erhöhung der natürlichen Radioaktivität steigt die Wahrscheinlichkeit von Tumoren und Genmutationen bei Lebewesen. Auch gefährlich sind versenkte Fässer der Industrie, die mit radioaktiven Abfallstoffen angereichert sind. Diese Fässer müssen tausende Jahre gegen das Wasser standhalten. Teilweise wurden von den Unterwasserströmungen die Fässer wieder an Land gespült. Außerdem ist es gesetzwidrig Müll in das Meer oder in Flüsse zu entsorgen.

Die Verschmutzung der Meere spielt sich aber nicht nur direkt im Meer ab, sondern in unseren Abwasserrohren unter den Straßen. Die heutigen Abwässer enthalten Fäkalien, Waschmittel- und teilweise auch Chemikalienreste. Große Mengen an Abwasser gelange heutzutage verunreinigt ins Meer. In den Europäischen Kläranlagen bleibt oft giftig angereichter Klärschlamm übrig. Und nicht alle Kläranlagen besitzen eine chemische Reinigungsstufe. Das heißt, dass in einer biologischen Reinigung, nur 90 Prozent vom Wasser gereinigt wird. Wenn man diese Summe hochrechnet, kommen Jährlich 100 Millionen Kubikmeter verunreinigtes Wasser in die Meere. Das Abwasser und der Klärschlamm lassen die Wasseroberfläche verfaulen und entziehen somit dem Wasser den Sauerstoff. Kein Sauerstoff bedeutet keine Tiere und Korallenriffe in den Meeren. Zusätzlich kommen auch Keime und Krankheitserreger in das Wasser, besonders in Küstennähe ist die Gefahr einer mikrobiologischen Verseuchung groß.

Wie kannst du deinen Beitrag leisten?

    •    Weniger Lebensmittel kaufen, die in Plastik eingehüllt sind 

    •    Keine Plastiktüten verwenden (Nimm Stoff- oder Papiertüten)

    •    Weniger Fisch essen (tut deiner Gesundheit gut, beziehe dein Omega 3 Fett aus
         anderen Quellen)

    •    Strom aus erneuerbaren Energien beziehen

    •    Körperpflegeprodukte wie Peelings oder Zahncremes meiden, in denen Mikroplastik wie
         Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) Partikel enthalten sind. Diese kleinen Plastik
         Teilchen können nicht von Kläranlagen gefiltert werden und gelangen so in unsere Meere.

    •    Müll immer in den Abfalleimer werfen 

    •    Darauf achten, das dass Gemüse etc. aus der Region kommt

    •    Die Partei wählen, die sich für die Umwelt einsetzt 

    •    Kaufe kein Fastfood und „To Go“ Essen, nehme dir lieber Essen in einer Metalldose mit

    •    Hygieneprodukte oder Kosmetiker nicht im WC entsorgen 

    •    Zigaretten im Aschenbecher entsorgen 

    •    Informiere jeden den du kennst über das Problem 

    •    Im Internet Petitionen unterstützen, die sich für dieses Thema engagieren 


Verschmutzung der Meere, dass geht uns alle etwas an!

William Masuch


Quelle:
http://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/
http://www.seilnacht.com/Lexikon/Meere.htm
https://www.greenpeace.de/muellkippe-meer
Greenpeace Nachrichten „Die Plastik-Plage
Projekt Blue Sea
Schrot und Korn


Dieser Text wurde von meinem Sohn William (14 J.) geschrieben. Er arbeitet in seiner Schule für die Schülerzeitung und hatte sich dieses Thema ausgesucht. Er möchte mal Meeresbiologe werden und interessiert sich für alles, was mit unseren Meeren zutun hat. Ab nächste Woche macht er ein zweiwöchiges Praktikum beim WWF Deutschland Internationales WWF-Zentrum für Meeresschutz.


Kommentare:

  1. Vielen Dank an William für diesen tollen Beitrag! Über das Thema sollten alle bescheid wissen, da es uns alle angeht.

    Ich wünsche ganz ganz viel Spaß beim Praktikum! Meeresbiologe werden klingt super :-)

    AntwortenLöschen